Diese Arbeit erweitert DBRepo, ein System zur Verwaltung versionierter relationaler Forschungsdaten, um einen Replikationsmechanismus, der einen konsistenten Betrieb über mehrere unabhängige Standorte hinweg ermöglicht. DBRepo unterstützt bereits präzise Zeitstempel, temporales SQL sowie zitierfähige anfragebasierte Datenreferenzierung im Sinne der Empfehlungen der RDA Working Group on Data Citation. Bislang galten diese Garantien jedoch nur für Einzelstandort-Deployments. Da Forschungseinrichtungen zunehmend verteilte Infrastrukturen betreiben, wird ein Mechanismus zur Replikation versionierter Daten, Metadaten und Anfragehistorien über mehrere Standorte hinweg erforderlich.Die in dieser Arbeit vorgestellte Erweiterung führt einen Replikationsdienst auf Anwendungsebene ein, der die Erstellung von Datenbanken, Tabellen, Views sowie temporalen Tupeländerungen zwischen primären und sekundären Standorten koordiniert. Die Replikation bewahrt sowohl die Ereigniszeit als auch die standortlokale Verarbeitungszeit, sodass jeder Standort den exakten Zustand der Daten zu jedem Zeitpunkt in der Vergangenheit rekonstruieren kann. Eine Timestamp-Pipeline stellt sicher, dass Versionshistorien auch bei Netzwerkverzögerungen oder vorübergehenden Ausfällen vollständig und konsistent bleiben. Subset-Queries und ihre Metadaten werden als stabile, standortunabhängige Objekte repliziert und ermöglichen dadurch eine deterministische erneute Ausführung sowie langfristige Reproduzierbarkeit.Die resultierende Architektur integriert sich nahtlos in die bestehende Microservice-Architektur und das Metadatenschema von DBRepo und bleibt zugleich mit den Empfehlungen der RDA konform. Eine erste Evaluierung zeigt, dass der Ansatz einen zuverlässigen Multi-Site-Betrieb unterstützt, die Integrität der temporalen Versionierung bewahrt und die zentralen Reproduzierbarkeitseigenschaften von DBRepo erhält.
Maximilian Höller (Wed,) studied this question.