Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der kuratorischen Wissensproduktion zum Thema Gender anhand einer Analyse von Affekt, Macht und Identität auf tumblr im Rahmen digitaler Girlblogging-Praktiken während der Blütezeit der Plattform als Mikroblogging-Dienst von 2011 bis 2018. Mein Hauptanalyseobjekt ist einer der ersten tumblr-Blogs, der sich ausschließlich der Kuratierung von Bildern widmet, die die alltäglichen Erfahrungen und/oder „Dinge“ widerspiegeln, die von selbsternannten Mädchen geliebt werden: JustGirlyThings. JustGirlyThings wurde im November 2011 gegründet; die Beiträge bestehen aus ästhetisch einheitlichen, gefilterten Fotos mit überlagertem Text, die eine breite Palette von „Dingen“ präsentieren, an denen angeblich alle Mädchen Freude haben, und übertragen so die scheinbar ontologischen Wahrheiten einer universellen Mädchenhaftigkeit (Girlhood) auf digitale Simulakren. Die sofortige Popularität des Blogs führte zu einer verstärkten Verbreitung dieser Bilder, die sich in den frühen 2010er Jahren im digitalen Raum umgekehrt zu bildlichen Symbolen einer konventionellen – also weißen, heterosexuellen und schlanken – Mädchenhaftigkeit entwickelten. Meine Analyse versucht aufzuzeigen, wie diese bildbasierten Darstellungen einer bestimmten Art von Mädchenhaftigkeit – die von den Admins selbst unter Einbeziehung der Follower des Blogs kuratiert wurden – aufgrund ihrer zunehmenden Verbreitung im Internet an affektivem Wert gewannen und schließlich durch die digitale Kommodifizierung von Geschlecht zu allgegenwärtigen Ausdrucksformen einer monolithischen Mädchenhaftigkeit wurden.
Elif Türkan Erisik (Tue,) studied this question.