ErbB4/HER4 ist eine Rezeptortyrosinkinase, die bei der Onkogenese eine wichtige Rolle spielt. In dieser Arbeit wird die Organisation von ErbB4 an der Plasmamembran lebender Zellen unter definierten Bedingungen mithilfe komplementärer Fluoreszenzbildgebungsverfahren charakterisiert. Das Verhalten des Rezeptors wurde in Vollmedium und serumfreiem Medium sowie mit und ohne Aktivierung durch Heregulin (NRG1β) quantifiziert.Die Helligkeitsanalyse der TOCCSL-Aufzeichnungen zeigte, dass der Dimeranteil in serumfreien Zellen geringer war als in Zellen, die in Vollmedium kultiviert wurden, wobei keine aktivierungsabhängige Veränderung der Oligomerisierung fest-stellbar war. Längere Erholungsintervalle nach dem Photobleichen erhöhten den scheinbaren Dimeranteil unter nicht aktivierten Bedingungen. Die Diffusionsanalyse ergab eine langsamere laterale Mobilität in serumfreien Zellen und einen Anstieg der Mobilität bei längeren Erholungsintervallen. FRET-DRAAP-Messungen zeigten, dass die Rezeptoren in serumarmen Zellen näher beieinander lagen als in Zellen mit vollständigem Medium, die Aktivierung führte nur im vollständigen Medium zu einem Anstieg der FRET-Effizienz. FRAP-Messungen an serumarmen Zellen zeigten bei Aktivierung eine verringerte mobile Fraktion, die auf eine sich langsamer erholende Komponente zurückzuführen war, während sich eine schnelle Komponente kaum veränderte.Insgesamt stützen diese Beobachtungen ein Modell, in dem die Membranzusammensetzung und das Medium die Mobilität und die Oligomerisierung von ErbB4 maßgeblich bestimmen, während die Aktivierung mittels Heregulin die Mobilität nur geringfügig beeinflusst, ohne größere Veränderungen in der Oligomerisierung der mobilen Rezeptorpopulation hervorzurufen.
Lukas Riedl (Wed,) studied this question.