Der Glasübergang an vergrabenen Grenzflächen beeinflusst entscheidend die Zuverlässigkeit von duroplastischen Klebstoffen und Verbundstoffen, jedoch bleibt die direkte Bestimmung des Grenzflächen-Glasübergangsverhaltens herausfordernd. Hier berichten wir über einen label-freien Fluoreszenzlebensdaueransatz, der aromatische Rückgrate eines Epoxidharzes mithilfe von Dritt-Harmonischen-Generations-Pulsen direkt anregt, wodurch probeinduzierte Artefakte eliminiert und thermisch robuste sowie nicht-invasive Messungen ermöglicht werden. Durch die Kombination dieses Ansatzes mit evaneszierender Wellenbeleuchtung haben wir die vergrabene Haftungsgrenzfläche selektiv untersucht und festgestellt, dass die Grenzflächen-Glasübergangstemperatur unter konventionellen Aushärtungsbedingungen niedriger war als der Bulkwert. Nach zusätzlicher thermischer Anlagerung überschritt jedoch die Grenzflächen-Glasübergangstemperatur den Bulkwert. Diese Ergebnisse lösen das Zusammenspiel zwischen chemischer Netzwerkreife und substrateinduzierter Einschränkung und etablieren einen mechanistischen Rahmen für den Grenzflächen-Glasübergang in duroplastischen Polymeren.
Abe et al. (Fri,) haben diese Frage untersucht.