Key points are not available for this paper at this time.
Dieser Artikel nutzt kontrafaktische Analysen, um eine hypothetische Welt zu erkunden, in der Staaten unter obligatorischer Autarkie operieren und völlig ohne die wirtschaftliche, sicherheitspolitische und soziale Interdependenz auskommen, die das moderne internationale System definiert. Während die bestehende Forschung zu den Internationalen Beziehungen (IR) umfangreich die Folgen der wachsenden Interdependenz untersucht, hat sie die strukturellen und politischen Konsequenzen ihrer vollständigen und sofortigen Abwesenheit nicht systematisch theorisiert. Dieser Artikel zielt darauf ab zu zeigen, dass ein Ende der Interdependenz nicht einfach das System zum westfälischen Realismus zurückführen würde, sondern dessen Grundprinzipien fundamental und unerwartet umgestalten würde. Mithilfe eines deduktiven Gedankenexperiments zur Überprüfung zentraler IR-Paradigmen untersucht der Artikel vier strukturelle Veränderungen: den Machtwechsel hin zu komplexen, autarkischen Fähigkeiten; den Stillstand des Fortschritts, während globale Wissensressourcen zusammenbrechen; die Spannung des Friedens in starre Einflussbereiche; und ein Umweltparadox, bei dem lokale Bemühungen scheitern, um einen globalen ökologischen Rückgang zu verhindern. Der Artikel schlussfolgert, dass eine solche fragmentierte Welt von tiefgreifender Instabilität, kulturellem und technologischem Stillstand geprägt wäre und einen fragilen Frieden aufrechterhalten würde, der ausschließlich durch Abschreckung gesichert ist. Dies bietet eine kritische Perspektive zur Neubewertung der Vorteile und Verwundbarkeiten der aktuellen globalen Ordnung und warnt, dass selbst die vermuteten Misserfolge der Interdependenz einer möglichen autarkischen Alternative vielleicht vorzuziehen sein könnten.
Niyomana et al. (Do,) untersuchten diese Frage.