Diese Masterarbeit untersucht, ob Offenlegungen britischer Einzelhandelsunternehmen gemäß dem Modern Slavery Act (2015) authentische Rechenschaftspflicht bei Menschenrechten bieten oder nur symbolische Aspekte sind. Die anhaltende Problematik moderner Sklaverei in globalen Lieferketten des Vereinigten Königreichs macht das Thema entscheidend. So lässt sich bestimmen, ob unternehmerische Transparenz substanziell oder oberflächlich ist. Die Masterarbeit analysiert 80 Modern Slavery Statements (2023–2024) von FTSE-gelisteten und privaten Einzelhändlern aus dem Vereinigten Königreich. Sie nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse mit 24 thematischen Codes in Atlas.ti. Die Analyse misst einzeln die Tiefe der Aussagen zu Richtlinien, Sorgfaltspflichten, Schulungen und Verantwortlichkeit. Das 10-Punkte-Compliance-Modell von Mai et al. (2023) bewertet dabei die praktische und formale Konformität. Die Legitimitäts- und Stakeholder-Theorien (Deegan, 2002; Freeman, 2010) bilden den theoretischen Rahmen und fassen Intention sowie Zielgruppenperspektive. Die Ergebnisse zeigen eindeutig: Viele Unternehmen erfüllen Offenlegungspflichten oft nur formal, indem sie überwiegend allgemeine und nicht belegte Angaben machen. Im Gegensatz dazu berichten nur manche Unternehmen konkret und belegen ihre Maßnahmen gegen moderne Sklaverei. FTSE-notierte Unternehmen berichten detaillierter, da sie stärkerem Stakeholder-Druck gegenüberstehen. Die Analyse der Masterthesis zeigt, dass rechtliche Konformität allein kein echtes Engagement beweist.
Márton Meidl (2025) studied this question.