Eine Handlungskrise beschreibt einen intrapsychischen Konflikt zwischen dem Aufgeben und dem Weiterverfolgen eines persönlichen Ziels. In früheren Studien wurde dieses Phänomen vorwiegend anhand von Längsschnittdesigns und Selbstbeurteilungsfragebögen untersucht. Diese Ansätze bieten jedoch nur begrenzte experimentelle Kontrolle, was es schwierig macht, die zugrunde liegenden Mechanismen zu isolieren. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, verfolgt diese Studie ein experimentelles Design. Dazu versuchen wir die Handlungskrise durch eine Schreibaufgabe zu manipulieren und messen dann die Herzkontraktionskraft, als anstrengungsbezogener, kardiovaskulärer Indikator von Handlungskrisen. Weiters untersuchen wir einen Übertragungseffekt der Anstrengung auf den d2-task, als unabhängige Folgeaufgabe. Wir stellten die Hypothese auf, dass die anstrengungsbezogene Reaktion bei Personen, die eine Handlungskrise erleben, höher ist als bei einer Kontrollgruppe. Denselben Unterschied erwarteten wir im d2-task, mediiert durch Stimmung. Um diese Hypothesen zu untersuchen, haben wir ein randomisiertes kontrolliertes Studiendesign mit N = 198 Studierenden verwendet. Präejektionsperiode (PEP) dient als Maß für die anstrengungsbezogene Reaktion. Die Ergebnisse zeigten keine erfolgreiche Manipulation der Handlungskrise durch die Schreibaufgabe, jedoch einen signifikanten Unterschied in PEP während der Folgeaufgabe. Stimmung erwies sich nicht als Mediator. Aus den Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass das Schreiben über ein Ziel, mit dem man derzeit zu kämpfen hat, die Anstrengung auch bei unabhängigen Folgeaufgaben erhöht. Die zugrunde liegenden Mechanismen erfordern noch weitere Untersuchungen.
Tobias Tschernuth (Wed,) studied this question.