Akuter Stress beeinflusst grundlegende kognitive Prozesse, doch seine Auswirkungen auf Lernen werden in empirischen Studien uneinheitlich berichtet. Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang systematisch und quantitativ mittels einer Drei-Ebenen-Metaanalyse experimenteller akuter Stressparadigmen. Eine umfassende Literatursuche identifizierte 30 Studien mit erwachsenen Teilnehmenden, die akuten Stressoren ausgesetzt waren und lernbezogene Outcomes berichteten. Die daraus gewonnenen Effektgrößen wurden mithilfe von Random-Effects-Mehrebenenmodellen analysiert, die Abhängigkeiten innerhalb von Studien berücksichtigen. Insgesamt zeigt sich ein kleiner bis mittlerer beeinträchtigender Effekt von akutem Stress auf die Lernleistung. Likelihood-Ratio-Tests ergaben keine Evidenz für Heterogenität innerhalb der Studien, während signifikante Heterogenität zwischen den Studien gefunden wurde. Moderatoranalysen zeigten keine Unterschiede bei Lernarten, Stressortypen oder Stress nach dem Lernen. Im Gegensatz dazu war zeitgleicher Stress weniger beeinträchtigend als Stress vor dem Lernen, und Within-Subject-Designs zeigten stärkere negative Effekte als Between-Subject-Designs. Analysen zum Publikationsbias lieferten keinen Hinweis auf Small-Study-Effekte und bestärkten die Annahme eines zugrunde liegenden beeinträchtigenden Effekts. Die Ergebnisse zeigen, dass akuter Stress Lernen beeinträchtigen kann, insbesondere wenn er der Lernphase vorausgeht und intraindividuelle Vergleiche möglich sind, und betonen die Bedeutung methodischer und kontextueller Faktoren.
Lisa Steiner (2025) studied this question.