In Umfeldern, in denen Menschen starkem Leistungsdruck ausgesetzt sind, gelingt es ihnen häufig nicht, ihr gewohntes Leistungsniveau abzurufen, und sie zeigen drastische Leistungseinbrüche. Dieses Konzept, bekannt als "Choking under Pressure", lässt sich in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise im Sport oder in beruflichen Kontexten beobachten. Obwohl die zugrunde liegenden Mechanismen und Moderatoren zunehmend Aufmerksamkeit in der Forschung erhalten haben, gibt es noch immer Lücken bezüglich der Faktoren, die letztendlich zum beschriebenen Phänomen führen. Außerdem gibt es eine Forschungslücke darin, wie sich diese Erkenntnisse auf organisationale Kontexte übertragen lassen. Um diese Forschungslücken zu adressieren, untersucht diese Thesis potenzielle Moderatoren empirisch und bewertet, wie die Erkenntnisse im organisationalen Kontext angewandt werden können. Hierfür wurden Sekundärdaten aus Elfmeterschießen der drei internationalen Fußballturniere Weltmeisterschaft, Europameisterschaft und Copa América verwendet, um den Einfluss situativer, kontextueller und individueller Moderatoren auf die Elfmeterleistung zu untersuchen. Der Effekt potenzieller Moderatoren (Schussreihenfolge, Spielstand, Turnierphase, Zuschauerzahl, Clubrang, historisches Zeitfenster, anstehender Wechsel, Alter und Herkunftsregion) auf die Elfmeterleistung wurde mittels binärer logistischer Regression getestet. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass (1) Choking in jüngerer Zeit häufiger vorkam, dass (2) Leistungsabfälle dann am stärksten auftreten, wenn Situationen als unumkehrbar wahrgenommen werden, und dass (3) Spieler mittleren Alters am anfälligsten für Choking waren. Die systematische Übertragung dieser Ergebnisse auf organisationale Kontexte führte zu praktischen Empfehlungen für Unternehmen. Dazu gehören (1) das gezielte Training für den Umgang mit Leistungsdruck, (2) die richtige Zusammensetzung von Teams auf Basis von Erfahrungsniveaus und (3) das Schaffen einer Unternehmenskultur, die die Angst vor dem Scheitern reduziert.
Max Anton Schneider (2025) studied this question.