Diese Studie untersucht, wie asiatische sowie westliche und kaukasische Teilnehmende den Empfehlungsalgorithmus von TikTok in Bezug auf die Darstellung und Aushandlung asiatischer Identität wahrnehmen. Basierend auf 16 „Think-Aloud“-Sitzungen und Interviews zeigen die Ergebnisse, dass die Teilnehmenden TikTok als Verstärker rassialisierter Narrative wahrnahmen – insbesondere durch die Sexualisierung asiatischer Körper, die Reduktion vielfältiger Identitäten auf eine einzige „asiatische“ Kategorie und negative Stereotype über Indien. Während einige diese Inhalte als humorvoll abtaten, betonten andere deren schädliche Wirkungen, wodurch Unterschiede in der Interpretation je nach kulturellem und persönlichem Kontext verdeutlicht. Trotz unterschiedlicher Beschreibungen des Algorithmus liefen die Schilderungen der Teilnehmenden häufig auf gemeinsame algorithmische Imaginationen hinaus, die insbesondere auf Personalisierung ausgerichtet waren. Diese Dynamiken beschränkten sich nicht auf den digitalen Raum, sondern prägten auch Selbstwahrnehmungen, verstärkten geschlechtsspezifische und rassialisierte Erwartungen und trugen zu Erfahrungen sozialer Ausgrenzung bei. Die Studie erweitert bestehende Konzepte wie das „algorithmized-self“ und die „Identity Strainer Theory“, indem sie zeigt, wie algorithmische Verstärkung sowohl die Online-Sichtbarkeit als auch die Offline-Identität beeinflusst.
Junpei Duan (2025) studied this question.