Diese Thesis untersucht die Poetik von Gwendolyn Brooks aus einer ästhetischen Perspektive. Sie vertritt die These, dass Brooks’ frühe Lyrik, vor ihrer Teilnahme an der Second Annual Fisk Writers Conference im Jahr 1967, afroamerikanische orale und musikalische Traditionen bewahrt und zugleich das spätere Aufkommen der Schwarze Ästhetik in ihrem Werk vorwegnimmt. Die Studie stützt sich auf die ästhetische und prosodische Analyse von Brooks’ Schriften vor 1967 sowie auf zwei ihrer späteren Gedichte. Sie bietet text- und klangnahe Analysen von „Queen of the Blues”, „I Love Those Little Booths at Benvenuti’s”, Maud Martha, „The Wall” und „The Second Sermon on the Warpland” aus dem Band Blacks. Die Betrachtung dieser Texte durch die Theorie der Schwarzen Ästhetik sowie der semantischen Theorie des Signifyings zeigt, dass orale und musikalische ästhetische Merkmale Brooks’ Poetik wesentlich prägen und zu ihren Praktiken der Selbstbehauptung und sozialen Kritik beitragen. Die Thesis belegt, dass Brooks diese Traditionen konsequent nutzt, um ihre politische Bewusstheit bereits in den frühen Phasen ihrer Karriere auszudrücken. Ihre post-Fisk-Verbundenheit mit der Black Arts Movement spiegelt sowohl eine ästhetische Fortentwicklung als auch ihr moralisches Engagement wider, soziale Probleme anzusprechen, die Schwarze Menschen in der U.S.A. betreffen.
Dóra Wohner (2025) studied this question.