Diese Arbeit untersucht die Wirksamkeit des Rechtsschutzes für Anleger und Aktionäre in Aserbaidschan im Vergleich zu den Regelungen in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Trotz bedeutender Reformen der Unternehmensführung und der Wertpapierregulierung in den letzten zwei Jahrzehnten ist der aserbaidschanische Wertpapiermarkt nach wie vor klein, illiquide und weist eine geringe Anlegerbeteiligung auf. Die Untersuchung identifiziert drei wesentliche Elemente für einen effektiven Anlegerschutz: klare Rechtsansprüche, verlässlichen Zugang zu Informationen und wirksame Durchsetzungsmechanismen. Zwar sieht die aserbaidschanische Gesetzgebung formal Stimmrechte, Dividendenschutz, Offenlegungspflichten und ein Verbot von Insiderhandel vor, doch mangelt es aufgrund institutioneller Schwächen und politischer Einflussnahme an einem wirksamen praktischen Schutz. Die Analyse zeigt, dass rechtliche Bestimmungen allein nicht ausreichen. Ein effektiver Schutz erfordert unabhängige Regulierungsbehörden, eine transparente Durchsetzung und ein demokratisches Umfeld, das wirtschaftliche Vielfalt fördert. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass institutionelle und antidemokratische Unsicherheit die Hauptursache für die Schwäche der aserbaidschanischen Finanzmärkte ist. Umfassende demokratische Reformen, wie die Einrichtung unabhängiger Gerichte, freier Medien, einer Zivilgesellschaft und einer unabhängigen Wertpapieraufsichtsbehörde, sind für einen nachhaltigen Fortschritt ebenfalls notwendig. Die Studie unterstreicht, dass Anlegerschutz eng mit verantwortungsvoller und demokratischer Regierungsführung verknüpft ist. Die Orientierung an US-amerikanischen und EU-Wertpapiergesetzen und demokratischen Reformen ist für Aserbaidschans Übergang von einer erdölbasierten Wirtschaft zu einem nachhaltigen Kapitalmarkt unerlässlich.
Faig Hasan ALIYEV (2026) studied this question.