Im Zeitalter der vierten industriellen Revolution entwickelten sich Daten von einem statischen Gut zum primären Treibstoff für Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen. Dieser Wandel erfordert einen Rechtsrahmen, der den Anreiz für Investitionen in die Datenbankproduktion auf der einen Seite mit der Notwendigkeit des Datenzugangs für Innovationen auf der anderen Seite in Einklang bringt. Diese Masterarbeit bietet eine kritische und vergleichende Analyse der Datenbankschutzsysteme in der Europäischen Union und der Republik Türkei und bewertet deren Eignung für die moderne Datenwirtschaft. Die Arbeit untersucht die duale Schutzstruktur, das Urheberrecht und das Sui-generis-Recht unter der EU-Datenbankrichtlinie (96/9/EG) und deren Umsetzung in das türkische Gesetz über geistige und künstlerische Werke (FSEK). Es wird argumentiert, dass die EU ihre Gesetzgebung durch den Erlass der Richtlinie über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt (EU) 2019/790 proaktiv angepasst hat, indem sie zwingende Ausnahmen für Text and Data Mining (TDM) einführte. Währenddessen verharrte der türkische Rahmen in einer oberflächlichen Harmonisierung. Die Arbeit hebt hervor, dass das türkische Recht unter systemischen Inkonsistenzen leidet, die den Realitäten des Datenzeitalters nicht gerecht werden. Insbesondere das Fehlen spezifischer TDM-Ausnahmen in der Türkei wird kritisch hinterfragt. Denn dies stellt eine erhebliche rechtliche Hürde für die KI-Entwicklung und Forschung dar, was den nationalen Markt potenziell benachteiligt. Darüber hinaus untersucht die Arbeit die Rolle Technischer Schutzmaßnahmen (TPMs) als De-facto-Regulatoren. Es wird postuliert, dass das alleinige Verlassen auf technische Sperren ohne robuste Rechte für rechtmäßige Nutzer die Gefahr von Datenmonopolen birgt. Folglich zeichnet die Studie das Entstehen eines potenziellen Paradigmenwechsels in der Urheberrechtstheorie nach, weg von der Betrachtung von Nutzerprivilegien als bloße defensive Ausnahmen, hin zur Anerkennung eines positiven Rechts auf Zugang, und erörtert dessen Eignung als Lösungsansatz für die Datenwirtschaft. Auf dieser Grundlage schlägt die Arbeit eine umfassende Gesetzesreform in der Türkei vor, um legitime Datenanalysen sowohl vor rechtlichen als auch vor technischen Übergriffen zu schützen und damit die nationale Rechtslandschaft an die Erfordernisse der globalen digitalen Wirtschaft anzupassen.
Taha Yasin Gönül (2026) studied this question.
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