Abstract Endoskopische Vollwandresektion (EFTR) mit Ovesco Diagnostic FTRD als Instrument zur Diagnose von Morbus Hirschsprung bei Kindern: eine Fallserie 1.1. Hintergrund und Ziele Morbus Hirschsprung ist eine angeborene Anomalie, die die Darmmotilität beeinträchtigt. Das Hauptmerkmal dieser Erkrankung ist das Fehlen von Ganglienzellen im distalen Kolon, was zu chronischer Verstopfung führt. Bislang wurden bestätigende Biopsien bei Kindern durch Saugbiopsien oder offene chirurgische Eingriffe gewonnen. Die therapeutische endoskopische Vollwandresektion (EFTR) findet in der Erwachsenenendoskopie Anwendung und hat sich als effektive Behandlungsmethode für verschiedene Erkrankungen des unteren Gastrointestinaltrakts etabliert. Ziel der vorliegenden Studie war es, zu analysieren, ob die Diagnose von Morbus Hirschsprung bei Kindern durch endoskopische Vollwandresektion bestätigt oder ausgeschlossen werden kann. Die EFTR hat das Potential, die Diagnose von Morbus Hirschsprung zu revolutionieren und hat sich in unserer Einrichtung bereits als Standardverfahren zur Bestätigung oder zum Ausschluss von Morbus Hirschsprung bei unseren Patienten etabliert. 1.2. Material und Methoden Im Rahmen einer retrospektiven Fallserienstudie, Single Center Study von Mai 2024 bis September 2025 durchgeführt wurde, wurden Daten von dreizehn pädiatrischen Patienten im Alter von 3,5 bis 14,4 Jahren (Median 9,5 Jahre) mit therapieresistenter Verstopfung erhoben. Im Rahmen der Diagnostik der Hirschsprung-Krankheit wurde bei diesen Patienten eine endoskopische Volldarmwandresektionsbiopsie mit Ovesco Diagnostic FTRD® durchgeführt. Die EFTR wurde im distalen Rektum, 2 cm oberhalb der Linea dentata, durchgeführt, um eine ultrakurze Variante der Hirschsprung-Krankheit auszuschließen. 1.3. Ergebnisse und Beobachtungen Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass alle Eingriffe gemäß dem EFTR-Verfahren erfolgreich durchgeführt werden konnten. Lediglich bei einem Patienten kam es während der einjährigen Nachbeobachtungsphase zu einer nicht hämodynamisch relevanten rektalen Blutung. Die von OVESCO entwickelte EFTRD-Diagnose-Kappe weist einen Durchmesser von 19,5 mm auf, was eine Anwendung bei sehr jungen Patienten begrenzt. Es konnte beobachtet werden, dass diese Größe eine Einschränkung für die Verwendung dieses Geräts bei jüngeren Patienten darstellen könnte. Der jüngste Patient, der in der vorliegenden Studie dokumentiert wurde, war 3,5 Jahre alt. Der genannte Eingriff wurde durch eine leichte Dilatation des Anus mit einem 19-mm-Dilatator durchgeführt, woraufhin die EFTRD eingeführt wurde. Es konnte festgestellt werden, dass der Eingriff bei Patienten unter 3,5 Jahren durchgeführt werden kann, sofern eine adäquate Vorbereitung (Dilatation) erfolgt ist. Allerdings wurde der Eingriff bei jüngeren Patienten nicht durchgeführt. Die Biopsien erfüllten die Anforderungen zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Morbus Hirschsprung und wiesen eine ausgezeichnete Erfolgsrate der Vollwandresektion (100 %) auf. 1.4. Schlussfolgerung Die vorliegende Arbeit präsentiert die erste Fallserie zur Anwendung der Ovesco-Diagnosetechnik FTRD bei der Diagnose von Morbus Hirschsprung bei pädiatrischen Patienten. Die endoskopische Vollwandresektion stellt eine sichere, zeitsparende und erfolgreiche Methode dar, die für die Diagnose eingesetzt werden kann.
Ronaldo Andrés González García (Thu,) studied this question.