Diese Arbeit untersucht, wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LKSG) die unternehmerische Verantwortung in den Kohle-Wertschöpfungsketten beeinflusst, die El Cerrejón und die Wayuu in La Guajira, Kolumbien, mit deutschen Energieunternehmen verbinden, und welche Folgen sich daraus für soziale Gerechtigkeit der Wayuu ergeben. Vor dem Hintergrund Deutschlands verstärkter Kohleimporte seit 2022 und langjähriger Vorwürfe zu Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen rund um El Cerrejón kombiniert die Studie das Global-Value-Chain-Framework mit der politischen Ökologie (Skalenperspektive), um Governance-Strukturen wie das Potenzial gesetzlich verankerter Beschwerdeverfahren für Scale Jumping zu analysieren. Empirisch werden die Kette vom Bergwerk bis zum Käufer kartiert, zentrale deutsche Abnehmer identifiziert und die Beziehungen zwischen privaten, öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Governance-Akteuren rekonstruiert. Methodisch stützt sich die Arbeit auf Wertschöpfungsketten-Mapping, die Auswertung von Unternehmens- und Berichtsquellen sowie halbstrukturierte Interviews, darunter mit einer Vertretung der Wayuu. Die Ergebnisse zeigen: Zwar schafft das LKSG formale Risiko- und Beschwerdekanäle, doch bewusst erzeugte Intransparenz, geringe Hebel gegenüber (mittelbaren) Zulieferern, eine reduzierte Auslegung von Sorgfaltspflichten und die schwache Einbindung der Zivilgesellschaft begrenzen transformative Wirkungen. Die größten Handlungsspielräume und Reputationsgewinne fallen Unternehmen zu, während betroffene Gemeinschaften kaum praktisch gestärkt werden. Die Arbeit empfiehlt, Nachverfolgbarkeit und unabhängige Aufsicht zu stärken, Beschwerdewege zugänglich und glaubwürdig zu gestalten und Vertretungsaktionen nach § 11 LKSG als Pfad für wirksame Maßstabsprünge systematisch zu prüfen.
Lenny Rock Dux (2026) studied this question.
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