Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, Objektive Persönlichkeitstests (OPTs) in der Tradition Cattells wiederaufzugreifen, indem verhaltensbasierte Subtests für zwei objektive Faktoren, U.I. 29 und U.I. 36, entwickelt und einer ersten Validierung unterzogen wurden. Aufbauend auf Cattells Konzept der objektiven Persönlichkeitsdiagnostik sowie auf aktuellen Theorien der Selbstwertorientierung wurden sechs verhaltens- und szenariobasierte Subtests konstruiert, um zustimmungsorientierte und prinzipienorientierte Selbstwertregulationstendenzen zu erfassen. Eine Stichprobe von N = 89 Personen nahm an der Untersuchung teil, von denen N = 82 vollständige Subtestdaten für die Strukturanalysen bereitstellten. Die interne Struktur wurde auf Subtestebene mittels explorativer und konfirmatorischer Faktorenanalysen untersucht. Die postulierte Zweifaktorenstruktur wurde nicht bestätigt, und die strukturelle Differenzierung zwischen den angenommenen Dimensionen blieb begrenzt. Die innere Konsistenz war über die Subtests hinweg überwiegend niedrig. Analysen zur konvergenten Validität zeigten, dass der zustimmungsorientierte Selbstwertregulationstest positiv mit einem etablierten Maß für Selbstwertregulation durch externe Zustimmung zusammenhing, während sich für den prinzipienorientierten Test kein erwarteter Zusammenhang mit einem Maß für prinzipienbasierte Selbstwertregulation zeigte, Zusammenhänge mit weiteren konzeptuell verwandten Persönlichkeitsmerkmalen erwiesen sich als uneindeutig, während divergente Validität durch geringe, teilweise nicht-signifikante Korrelationen mit einem Instrument zur Erfassung allgemeiner kognitiver Fähigkeiten gegeben war. Insgesamt spiegeln die Befunde die bekannten psychometrischen Herausforderungen der Entwicklung objektiver Persönlichkeitstests wider und verdeutlichen, dass eine kumulative Weiterentwicklung über mehrere Studien hinweg erforderlich ist, um verhaltensbasierte Indikatoren der Selbstwertregulation weiter zu untersuchen.
Ana-Maria Zerbes (Thu,) studied this question.