Zusammenfassung Dieser Artikel untersucht, wie und warum Hilfsverben im Altwestgermanischen zu komplexen Verbkonstruktionen kombiniert werden. Er integriert Erkenntnisse aus früheren Korpusstudien zu Altniederländisch und Altenglisch mit originalen Korpenforschungen zu Altsächsisch, Althochdeutsch und Frühmittelhochdeutsch bis 1150. Die kombinierten Ergebnisse zeigen, dass alle altwestgermanischen Varianten nur zwei Hilfsverben kombinieren, wobei das finite Hilfsverb stets ein Modalverb ist. Diese finiten Modale konnten einen weiten Bereich potenzieller Hilfsverben umfassen, darunter passive, perfektive, modale, aspektuelle und kausative Hilfsverben sowie Wahrnehmungsverben. Der Umfang der Hilfskombinationen nimmt im Zeitverlauf und regional progressiv zu. Der Artikel zeigt, dass das kombinatorische Potenzial der Hilfsverben mit ihrem Grad der Grammatikalisierung und der Verfügbarkeit einer nicht-finiten Verbform zusammenhängt. Diese Beziehung wird als bidirektional interpretiert: (a) die fortschreitende Grammatikalisierung der Hilfsverben erzeugt und erweitert ihr kombinatorisches Potenzial, während (b) die Kombination von Hilfsverben zu komplexen Verbkonstruktionen wiederum die Herausbildung der Hilfsverben als eigene Kategorie fördert. Dies bedeutet, dass die Kombination von Hilfsverben nicht nur ein Symptom ihrer Grammatikalisierung ist, sondern auch ein Katalysator für weitere Veränderungen darstellt.*
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Evie Coussé
Journal of Germanic Linguistics
University of Gothenburg
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Evie Coussé (Mon,) untersuchte diese Fragestellung.
www.synapsesocial.com/papers/69df2c1de4eeef8a2a6b118b — DOI: https://doi.org/10.1017/s147054272610021x
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