Im Rahmen der übergeordneten Forschungsinitiative „Stygofauna Austriaca“ wurde mit Unterstützung des Österreichischen Verbands für Höhlenkunde, ein Citizen-Science-Projekt koordiniert. Dabei untersuchten freiwillige Helferinnen und Helfer Gewässer in 96 Höhlen sowie in künstlich geschaffenen unterirdischen Strukturen, auf das Vorkommen von Grundwasserfauna. Insgesamt wurden 12,085 Individuen aus 171 Proben aussortiert. Dabei konnten 132 aquatische Taxa festgestellt werden, wovon 67 bis auf Artniveau bestimmt wurden. Die Auswertung physikalisch-chemischer Parameter ergab keine Korrelation mit der Shannon-Diversität oder der Species richness. Auf Community-Ebene dominierten Arthropoda und in weiterer Folge Copepoda (Harpacticoida und Cyclopoida) die relativen Häufigkeiten. Die Analyse der Beta-Diversität (PCoA) ergab lediglich geringfügige signifikante Muster. Die Kategorie „water body connection“, die Gewässer entweder als isoliert oder verbunden klassifiziert, erwies sich als am geeignetsten für die Analyse von stygobionter Höhlenfauna. Drei vermutlich neue Arten für die Wissenschaft wurden gefunden: Elaphoidella n.sp. 1, Elaphoidella n.sp. 2, Elaphoidella n.sp. 3. Erstnachweise für Österreich umfassen die Anneliden Aelosoma gertae (Marcus, 1944), Aelosoma travancorense (Aijer, 1926) und Parvidrilus spelaeus (Martinez-Anselmil, Sambugar und Giani, 2002), die Cyclopoiden Megacyclops brachypus (Kiefer, 1954) und Graeteriella boui (Lescher-Moutoue, 1974) sowie die Harpacticoiden Maraenobiotus brucei brucei (Richard, 1898) und Elaphoidella charon (Chappuis, 1936). Ein Vergleich von rezenten Daten aus dem Projekt mit historischen Funden zeigte, dass die Mehrheit der Proben neue Nachweise darstellt, da für 74 der insgesamt 96 beprobten Höhlen bisher keine historischen Aufzeichnungen von aquatischer Fauna vorhanden waren. Artenakkumulationskurven deuten darauf hin, dass es noch mehr zu finden gibt. Obwohl wir die immense Unterstützung der Citizen scientists schätzen, sollte beachtet werden, dass die Effizienz der Probennahme sehr variabel war und unsere Datenanalyse mit Vorsicht zu behandeln ist.
Gloria Paveza (2026) studied this question.