Ascaris ist weltweit einer der häufigsten parasitären Helminthen, vor allem in armen städtischen und ländlichen Gebieten mit unzureichenden Hygienebedingungen. Schätzungsweise 730 Millionen Menschen weltweit sind betroffen. Chronischer Befall kann zu Unterernährung, Wachstumsverzögerung und Entzündungen führen, schwerer Befall kann einen Darmverschluss und sogar den Tod zur Folge haben. In Österreich gilt Ascaris heute als nicht mehr endemisch und diagnostizierte Fälle werden als eingeschleppt eingestuft. Wiederholt auftretende Fälle bei Patientinnen und Patienten ohne Reiseanamnese stellen diese Annahme jedoch zunehmend in Frage. Jüngste Daten deuten darauf hin, dass auch Ascaris suum, der Spulwurm des Schweines, im Menschen heranreifen und sogar seine Geschlechtsreife erlangen kann. Ziel dieser Studie war die Analyse der phylogenetischen Beziehungen von Ascaris Isolaten aus humanen Fällen in Österreich. Hierfür wurde DNA aus neun Einzelexemplaren gewonnen, die zwischen 2010 und 2024 bei verschiedenen Patientinnen und Patienten isoliert wurden. Die phylogenetischen Analysen basierten auf DNA-Sequenzunterschieden in den mitochondrialen Genen Cytochrom-c-Oxidase 1 (cox1) und NADH-Dehydrogenase-Untereinheit 1 (nad1), sowie der internen transkribierten Spacer-Region 1 (ITS1) des nukleären Ribosoms. Es wurden mehrere Haplotypen identifiziert, sechs für cox1, sieben für nad1 und sechs für ITS1. Die österreichischen Isolate lassen sich in mehrere Gruppen einteilen, je nach genetischer Region. Die Ergebnisse lassen keine klare Trennung zwischen den beiden Arten A. lumbricoides und A. suum zu, sondern stützen vielmehr die jüngste Hypothese eines hochgradig gekreuzten A. lumbricoides/suum-Artenkomplexes, der möglicherweise auch noch weitere Ascaris-Arten umfasst. Diese Studie gibt einen Einblick in die Diversität von Ascaris in Österreich, zeigt aber auch die Komplexität ihrer Phylogenie, die noch einige Fragen offenlässt.
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Theodor Palfy
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Theodor Palfy (Thu,) studied this question.
www.synapsesocial.com/papers/69fd7ef7bfa21ec5bbf0740d — DOI: https://doi.org/10.25365/thesis.81032
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