Diese Arbeit untersucht die Portfolio-, Liquiditäts- und Wohlfahrtseffekte asymmetrischer Kapitaleinkommensbesteuerung in einem Zwei-Asset-Modell unvollständiger Märkte, kalibriert auf österreichische Haushaltsdaten. Illiquide Vermögenswerte dienen nicht nur der langfristigen Akkumulation, sondern auch als Selbstversicherungspuffer gegen persistente Einkommensrisiken, während liquide Bestände der kurzfristigen Konsumglättung dienen–diese beiden Rollen definieren den illiquiden Akkumulationskanal und den liquiden Selbstversicherungskanal. Die Analyse fragt, wie eine differenzierte Besteuerung dieser Vermögensklassen Wohlfahrt, Portfoliozusammensetzung und den Anteil liquiditätsbeschränkter Haushalte entlang eines Ramsey-restringierten Steuerpfads beeinflusst. Unter Anwendung der inversen Elastizitätsregel von Ramsey in einem partiellen Gleichgewichtsmodell auf Basis von Kaplan und Violante (2014) zeige ich, dass aggregierte illiquide Vermögensbestände bezüglich der Nachsteuerrendite etwa doppelt so elastisch sind wie liquide Bestände, getrieben durch die Anpassungsgröße, nicht die Anpassungshäufigkeit. Die Ramsey-Regel spricht daher für einen niedrigeren Kapitaleinkommensteuersatz auf illiquide als auf liquide Vermögenswerte. Die Wohlfahrtsgewinne sind erheblich, jedoch nicht monoton: Jenseits eines kritischen Schwellenwerts verschlechtern sich beide Kanäle gleichzeitig, was einen diskreten Anstieg liquiditätsbeschränkter Haushalte und einen starken Wohlfahrtseinbruch auslöst. Niedrige illiquide Besteuerung stärkt den Selbstversicherungskanal und senkt den Anteil liquiditätsbeschränkter Haushalte weit unter das durch Liquiditätsbesteuerung allein erreichbare Niveau. Österreichs Steuersystem bewegt sich in die richtige Richtung, erreicht die Asymmetrie jedoch durch kategorische Ausnahmen konzentriert auf selbstgenutztes Wohneigentum, die wohlhabende Eigentümer überproportional begünstigen.
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Simon Perschke
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Simon Perschke (Thu,) studied this question.
www.synapsesocial.com/papers/69d893eb6c1944d70ce04ec5 — DOI: https://doi.org/10.25365/thesis.80885