1952 trifft Ingeborg Bachmann in einer Künstlerkolonie auf Ischia den sechs Tage jüngeren Komponisten Hans Werner Henze. Zwar hat die Dichterin schon als Jugendliche ihre Ambitionen, als Musikerin zu reüssieren, sich künstlerisch in Musik als ,,höchstem Ausdruck, den die Menschheit gefunden hat“ zu realisieren, aufgegeben, Henze setzt in ihr dennoch nicht nur vielfältige Emotionen, sondern auch ihre Liebe zur Musik erneut frei. Er lehrt sie ,,Musik verstehen“. Aus einer retrospektiven Sicht wird es für Bachmann, wie sie kurz vor ihrem Tod äußert, eine ,,hoffnungslosen Beziehung zur Musik“ bleiben, auch wenn diese, anders als die Sprache, in ihrem Verständnis an das ,,Absolute“ heranreicht. Im jugendlichen Überschwang hoffen Dichterin und Komponist allerdings auf Möglichkeiten eines unmittelbaren Ineinanderwirkens ihrer künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Der Biograph Hans Höller spricht von der ,,Utopie eines Zusammenfindens der Künste als Idee eines Miteinander der Menschen“, das sie vorantreibt. Für Henze verfasst Bachmann Libretti, daneben entstehen Musikessays. 1956 publiziert sie, komprimiert auf wenigen Seiten, vierzehn Annäherungen an Die wunderliche Musik . Die Leichtigkeit und Verspieltheit, die diesen zumindest teilweise eingeschrieben ist, steht quer zu Erfahrungen eines für die Dichterin ,schwierigen‘ Jahres. Im August 1956 schreibt sie aus Venedig an Henze:
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Michaela Schwarzbauer
Jahrbuch für Internationale Germanistik
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Michaela Schwarzbauer (Wed,) studied this question.
www.synapsesocial.com/papers/69d896166c1944d70ce074d9 — DOI: https://doi.org/10.3726/jig573_67